27.10.2006, PP München
Schlag gegen ein international agierendes rumänisches Internetbetrügernetzwerk
MÜNCHEN. Nach langwierigen Ermittlungen konnte die Münchner Polizei durch die eigens eingerichtete AG Mobile eine international agierende Internetbetrügerbande dingfest machen.
Die rumänischen Bandenmitglieder verkauften seit Herbst 2003 auf verschiedenen Internetverkaufsplattformen Fahrzeuge und hochwertige Elektroartikel, die tatsächlich jedoch nicht existent waren. Um die Käufer zur Überweisung einer Anzahlung zu bewegen, täuschten die Täter vor, „zur Sicherheit“ ein Treuhand- oder Transportunternehmen zur Kaufabwicklung nutzen zu wollen.
Die Bande platzierte hierzu professionell programmierte Webseiten im Internet, welche die Existenz einer solchen Firma vortäuschten. Oftmals wurden auch die Webseiten tatsächlich existenter Firmen kopiert oder deren Name sowie Firmenlogos missbräuchlich verwendet. Zur Kontaktaufnahme verwendeten die Betrüger vorwiegend kostenlose E-Mail-Adressen. Zur Registrierung der Webseiten wurden die Personalien und Kreditkartendaten von tatsächlich existenten Personen verwendet, die zuvor mit sog. „Skimming-Geräten“ direkt am Bankautomaten abgegriffen wurden. Von den vorgetäuschten Firmen wurden die Geschädigten dann aufgefordert, den Kaufpreis auf das mit falschen Ausweispapieren eröffnete Konto eines „Firmenagenten“ zu überweisen. Die Fahrzeuge wurden nach Erhalt des Geldes nie ausgeliefert und die Kommunikation zwischen den vermeintlichen Käufern und den Betrügern brach nach der letzten Geldüberweisung ab. Die Betrügerbande richtete in ganz Europa ein lokales Netzwerk ein, welches in den verschiedenen Ländern die Geldabholungen organisierte. Sie agierten in flexiblen Teams, die innerhalb von wenigen Tagen zum Teil Beträge bis insgesamt 70.000 Euro pro Person bei den Banken abholten.
Im Rahmen der Ermittlungen konnten in den letzten zwei Jahren ca. 50 Personen aus diesem hierarchisch aufgebauten Netzwerk identifiziert werden. In Deutschland wurden im Laufe der Zeit 13 Personen nach Hinweisen der AG Mobile durch verschiedene Polizeidienststellen im Bundesgebiet auf frischer Tat bei versuchten Geldabholungen festgenommen. Die meisten Bandenmitglieder wurden mittlerweile verurteilt.
Aufgrund des Verfahrens konnten ca. 315 Webseiten, viele E-Mail-Adressen, Faxnummern und Bankkonten identifiziert und gesperrt werden. Des weiteren wurden auch noch Geldbeträge von Betrogenen sichergestellt. Da die Täter in ganz Europa agierten und hierbei innerhalb kurzer Zeit zwischen den einzelnen Ländern hin- und herreisten, arbeiteten die Münchner Ermittler sehr intensiv mit ausländischen Polizeieinheiten aus Belgien, Luxemburg, Tschechien, Österreich, Italien, Rumänien, Spanien und den USA zusammen. In den USA wurde in diesem Zusammenhang durch den US Secret Service ein großes Verfahren eröffnet.
Der geschätzte Gesamtschaden, der durch die internationale Betrügerbande entstanden ist, dürfte mehrere Millionen Euro betragen.
Am vergangenen Mittwoch, den 25.10.2006, richtete sich eine Durchsuchungsaktion gegen den Teil einer deutschen Untergruppe der Bande. Insgesamt wurden bei der zeitgleich durchgeführten Durchsuchung acht Objekte von sieben Beschuldigten im Bundesgebiet durchsucht. Hierbei konnten mehrere Rechner, Mobiltelefone, Unterlagen und weitere Beweismittel beschlagnahmt werden. Außerdem konnten bisher 18 betrügerisch erlangte Bankkonten ermittelt werden. Gegen einen 27-jährigen Rumänen aus Duisburg und seinen 28-jährigen Landsmann aus Dortmund erging Haftbefehl wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrugs.
Am 14.7.2008 wurde eine grosse Razzia in Rumänien durchgeführt und 24 Personen verhaftet:
http://www.theregister.co.uk/2008/07/17/romania_cybercrime_arrests/
Der KNALLER an der Geschichte ist die Verhaftung des Bosses der Bande, Romeo Chita in einer Wohnung des Abgeordneten der Demokratischen Partei Rumäniens, Dumitru Puzdrea, der wohl schon für soviel Aufmerksamkeit gesorgt hat, dass es einen wiki über sein Vermögen gibt: http://ro.wikipedia.org/wiki/Dumitru_Puzdrea
Am 14.7.2008 wurde eine Gruppe in Italien verhaftet:
Der Schaden belief sich auf 650.000.-€
Über 170.000.-€ konnten den meist Deutschen Opfern Dank der Hilfe von POLPOST Bologna, zurückerstattet werden!
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Grundverhaltensregeln für den sicheren Fahrzeughandel. Die Grundregel lautet: Lassen Sie sich niemals zum Kauf drängen. Leisten Sie keine Vorkasse. |
Was tut die Politik? Was Gesetzgeber und Politik zum Thema Cybercrime unternehmen. |
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Cybercrime Informationen zum Thema bei Wikipedia |
In den Nachrichten Was die Medien dazu sagen |
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